Bratsche

Wissenswertes über die Bratsche

 

Die Bratsche, auch Viola (von ital. Viola da Braccio, „Armgeige“) genannt, ist die große Schwester der Violine. Im Reigen der Streichinstrumente ist die Tonlage der Bratsche eine Oktave höher als beim Cello und eine Quinte tiefer als bei der Geige. Im Orchester übernimmt die Viola daher die Alt-Stimmlage.


Bratschen gibt es in verschiedenen Größen, gemessen wird die Korpuslänge. Eine kleine Viola ist ca. 39 cm lang, große Bratschen bis zu 43 cm. Grundsätzlich wird eine große Viola eher von professionellen Musikern, kleinere Instrumente von Amateuren bevorzugt gespielt. Kinderbratschen können noch kleiner sein und haben dann die Größe einer Geige.



Aufbau der Bratsche


Praktisch alle Geigenbauer, auch die größten wie Amati oder Stradivari, haben selbstverständlich auch Bratschen gebaut. Der Aufbau der Viola ähnelt stark dem der Geigen. Sieht man von der unterschiedlichen Größe ab, unterscheidet sich die Viola von der Violine vor allem durch ihre größere schwingende Saitenlänge und ihre dickeren und tieferen Saiten (a, d, g‘, c‘). Sie klingt somit nicht nur tiefer, sondern auch wärmer und voller als ihre jugendliche Schwester.



Die Schnecke der Bratsche, die typische Verzierung bei Streichinstrumenten, ist ein Relikt aus der Barockzeit, das sich bis heute gehalten hat.


Beim Bau des Instruments kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Der Obersattel und das Griffbrett, über das die Saite gespannt wird, sind meist aus Ebenholz. Für günstigere Bratschen werden auch andere Harthölzer verwendet, welche dann gebeizt werden. Auch Kinnhalter und Wirbel der Bratsche sind häufig aus Ebenholz - es werden aber auch Buchsbaum- und Palisanderholz verwendet.



Die Decke der Bratsche wird aus Fichtenholz hergestellt und der Boden häufig aus Ahorn. Dieser wird oftmals noch im Nachgang geflammt, um das Instrument optisch ansprechender zu machen. Boden und Decke der Viola können sowohl aus einem, als auch aus zwei Teilen gefertigt sein. Verbunden durch die Zargen bilden sie den Klangkörper oder Korpus der Bratsche. Unabhängig von der Sorte des Holzes, zeichnet sich gutes Tonholz durch seine gleichmäßigen und engen Jahresringe für Streichinstrumente aus. Großen Einfluss auf den Klang des Instruments hat natürlich auch der Bogen. Zusammen mit dem Musikinstrument werden Bratschenbogen, Schulterstütze, Kolophonium und Bratschennoten in einem Etui verstaut. Die meisten Bratschenkoffer haben einen Holzkern, es gibt jedoch auch moderne Bratschenkasten, welche aus Carbon gefertigt sind.


Spielweise der Bratsche

 

Die Bratsche wird grundsätzlich ähnlich wie die Violine gespielt. Allerdings stellt das Instrument aufgrund seiner Größe und den tieferen und stärkeren Saiten für den Bratscher eine besondere technische Herausforderung dar. Der Arm muss weiter gestreckt werden, die Töne sind auf dem Griffbrett weiter voneinander entfernt und der Druck des Bratschisten auf die Saiten benötigt sowohl von der linken Hand als auch auf den Bogen mit der rechten Hand mehr Kraft. Tatsächlich waren die ersten Bratschen deutlich größer als heute, konnten aber nur sehr schwer gespielt werden. Die Maße der heutigen Viola sind für die tiefe Stimmung eigentlich nicht ganz ausreichend. Aus Gründen der Spielbarkeit wurde hier aber ein Kompromiss eingegangen. Ab ca. 1740 wurde das Musikinstrument kleiner gebaut und es entstanden erste Konzerte für Bratscher.



Verwendung der Bratsche 


Die ältesten bekannten Bratschen sind aus dem 16. Jahrhundert. Mit der Zeit wurde die Viola ein zentraler Bestandteil der Orchestermusik, den sie bis heute beibehält. Ist der 1. Bratschist zwar nicht der Konzertmeister eines Sinfonieorchesters, so hat er als Stimmführer der Bratschen doch eine wichtige Aufgabe bei der Gestaltung der Mittelstimmen. Aufgrund der bereits aufgeführten, durch die Bauweise der Viola bedingten technischen Herausforderungen, benötigte es einige Zeit, bis sich die Bratsche auch als Soloinstrumentdurchsetzen konnte. Auch in der Kammermusik spielt das Instrument, zum Beispiel im Streichquartett, eine wichtige Rolle. Viele Bratschisten haben ursprünglich Violine gelernt, und sind dann auf die Bratsche umgestiegen.



Charakteristik der Bratsche

Das wunderbare Vorwort des ungarischen Komponisten György Ligeti zu seiner Sonate für Viola solo (1991–1994) charakterisiert dieses herrliche Streichinstrument aus Sicht des musikalischen Künstlers:

„Scheinbar ist die Bratsche nur eine größere Geige, einfach eine Quint tiefer gestimmt. Tatsächlich liegen aber Welten zwischen den beiden Instrumenten. Drei Saiten haben sie gemeinsam, die A-, D-, und G-Saite. Durch die hohe E-Saite erhält der Klang der Violine eine Leuchtkraft und metallische Durchdringlichkeit, die der Viola fehlen. Die Violine führt, die Viola bleibt im Schatten. Dafür besitzt die Bratsche durch die tiefe C-Saite eine eigenartige Herbheit, kompakt, etwas heiser, mit dem Rauchgeschmack von Holz, Erde und Gerbsäure.“



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