Kolophonium – Alles Wissenswerte erfahren | PAGANINO

Das richtige Kolophonium für Ihr Streichinstrument

Amato Gold Kolophonium

Das Bogenharz, besser bekannt als Kolophonium, sorgt für eine ausreichend starke Haftung der Bogenhaare auf der Saite des Instruments. Es muss regelmäßig aufgetragen werden, damit das Instrument sein volles Klangspektrum entfalten kann. Der Rohstoff für Kolophonium ist gereinigtes Harz. Dabei gibt es aber sehr große Unterschiede, beispielsweise in der Trockenheit des Harzes. Kontrabassspieler verwenden deutlich klebrigeres Kolofonium mit stärkerer Haftkraft als Geigenspieler. Daher sollte der Musiker ein Kolophonium nur speziell für Geige, Bratsche, Cello oder Bass im Shop kaufen. Des Weiteren fügen viele Hersteller ihren Rezepturen noch bestimmte Metalle hinzu. Dies hat wiederum einen Einfluss auf den Klang.

Ganz allgemein gilt, dass jedes Kolophonium mit der Zeit austrocknet und damit unbrauchbar wird. Gerade als Hobbyspieler kann man daher ein Kolophonium häufig nicht komplett aufbrauchen. Trockenes Kolophonium staubt sehr stark und verliert die Haftkraft und dadurch seine positiven Eigenschaften. Hier gilt es auch, den Bogen von Staub zu reinigen.

Funktion des Kolophoniums

Bogaro & Clemente Kolophonium bei PAGANINO

Die natürlichen Schweifhaare von Hengsten werden für den Streichbogen verwendet. Diese sind aber in ihrer Oberfläche so glatt, dass sie keinen echten Ton erzeugen können, sondern praktisch unhörbar über die Saiten streichen. Sie werden zwischen Frosch und Spitze der Bogenstange fixiert und können durch ein Schräubchen gespannt werden. Um die nötige Reibung zu erzeugen, wird das Kolofonium auf die Haare der Bogenstange vom Frosch bis zur Spitze aufgetragen. Dabei stellen sich die Schuppen auf und werden durch das Harz fixiert. Jedes einzelne Haar ist jetzt deutlich rauer als vorher und erzeugt entsprechend Reibung, wenn es streicht. Die Saite »klebt« quasi für einen Moment und wird mitgezogen. Sobald die Spannung der Saite zu groß geworden ist, löst sie sich und schwingt zurück. Dieser Effekt wird auch »Stick-Slip Effekt« genannt.

Welches ist das »richtige« Kolophonium?

Welches Kolophonium das »richtige« ist, hängt sehr stark vom subjektiven Klangempfinden ab. Daher empfiehlt es sich, verschiedene Kolophonien zu testen und so zu einem ganz persönlichen Favorit zu kommen.

Bogaro & Clemente Kolophonium bei PAGANINO

Die große Auswahl an Kolophonium auf dem Markt macht dies allerdings nicht unbedingt leicht. Der Saitenhersteller Pirastro ist einen eigenen Weg gegangen. Um ein optimales Ergebnis für den Musiker zu erreichen, hat Pirastro ein speziell auf seine Saiten abgestimmtes Kolophonium entwickelt. Natürlich führt jeder gute Geigen Shop die volle Auswahl dieses Standardzubehörs. PAGANINO bietet Kolophonium für Streichinstrumente zum besseren Anstreichen der Saiten an: hier finden Sie Kolophonium für Geige, Bratsche, Cello oder Kontrabass.

Der Name Kolophonium oder Kolofonium kommt von der altgriechischen Stadt Kolophon.

Was macht ein Kolophonium?

Kolophonium ist der feste Bestandteil von Baumharz, der nach dem Herausdestillieren von Terpentinöl übrigbleibt. Dieses mehr oder weniger klebrige Harzprodukt wird mit weiteren Zusätzen veredelt und dient dazu, die Haare eines Bogens so griffig zu machen, dass sie die Saite eines Streichinstruments in Bewegung bringen können. Dadurch kann ein Ton überhaupt erst entstehen. Die Saite »klebt« zunächst für einen Moment am Bogen und wird mitgezogen. Sobald die Spannung der Saite zu groß geworden ist, löst sie sich und schwingt zurück. Dieser Vorgang, der als »Stick-Slip Effekt« bezeichnet wird, wiederholt sich immer wieder, was auch einen langanhaltenden Ton ermöglicht. Unbehandelt streichen die Haare des Bogens fast unhörbar über die Saiten.

Wie oft sollte Kolophonium aufgetragen werden?

Häufigkeit und Dauer des Violinspiels sowie die Intensität des Bogenstrichs haben Auswirkungen darauf, wie oft man den Bogen kolophonieren muss. Viele Lehrer stellen immer wieder fest, dass ihre Schüler eher zu wenig Kolophonium auf dem Bogen haben. Allgemein lässt sich sagen, dass man lieber etwas mehr als zu wenig Kolophonium auftragen sollte. Denn wenn der Bogen nicht genügend einkolophoniert ist, fehlt die notwendige Reibung und der Musiker spielt mit erhöhtem Druckeinsatz, um dies auszugleichen. Ein „Zuviel des Guten“ ist aber auch die falsche Wahl. Deutlich zu viel Kolophonium auf dem Bogen kann unangenehme Nebengeräusche wie Rauschen zur Folge haben. Eine bewährte Faustregel sind 6 bis 7 Bogenstriche über die gesamte Länge bei einem bereits vorkolophonierten Bogen, neue oder neu behaarte Bögen benötigen in der Einspielphase mehr Kolophonium.

Wie trägt man Kolophonium auf?

Zum Auftragen des Kolophoniums spannt man den Bogen an und streicht das Kolophoniumstück ruhig und gleichmäßig über die gesamte Länge des Bogens hin und her. Manche Spieler reiben den Bogen zuerst an der Spitze und am Frosch ein und machen erst danach einige Striche über die gesamte Länge.
Um festzustellen, ob der Geigenbogen ausreichend kolophoniert ist gibt es zwei einfache Möglichkeiten:

  • akustisch: man streicht den Bogen zur Probe über die Saiten. Gleitet der Bogen ganz leicht und erzeugt gar keinen Ton oder nur einen leisen, dünnen Ton, dann haben die Bogenhaare noch nicht genügend Kolophonium. Wenn der Bogen aber sehr kratzt, dann hat er eventuell schon zu viel Kolophonium abbekommen.
  • optisch: man kann mit dem Daumennagel quer über die Bogenhaare kratzen. Bleibt am Daumennagel etwas Kolophoniumstaub haften, dann ist genügend Kolophonium auf den Haaren vorhanden.

Wie säubert man eine Geige vom Kolophonium?

Direkt nach dem Spielen ist es am einfachsten, Kolophonium­rückstände zu entfernen. Nach jedem Spiel sollte man daher die Saiten und auch den Korpus sowie die Bogenstange mit einem weichen Tuch abwischen Dafür benutzt man idealerweise zwei Tücher, eins für die Saiten und eins für den empfindlichen Lack. Wenn sich Kolophoniumstaub an den Saiten festsetzt, kann das die Ansprache des Instruments beeinträchtigen. Dann kann man die Saiten vorsichtig mit etwas Alkohol oder speziellen Saitenreinigern säubern. Dabei darf nichts von der Flüssigkeit auf den empfindlichen Lack tropfen. Als praktische Helfer gibt es fertig getränkte feuchte Reinigungstücher. Auch für die gleichzeitige Reinigung von Saiten und Griffbrett sind spezielle Werkzeuge erhältlich.

Wie reinigt man Kontrabass-Saiten von Schmutz und Kolophonium?

Eine einfache Pflegeroutine kann helfen, Ansprache und Klang der Kontrabasssaiten zu erhalten. Nach jedem Spiel sollten die Saiten mit einem weichen Baumwolltuch abgewischt werden, immer vom Griffbrett zum Steg hin, um die Kolophonium­rückstände im Bereich der Kontaktstelle des Bogens nicht auf der gesamten Saite zu verteilen. Hartnäckige Verschmutzungen entfernt man am besten hin und wieder mit einem alkoholgetränkten Tuch. Dabei muss man sehr vorsichtig sein, dass kein Alkohol auf das Griffbrett oder den Lack tropft, was zu Beschädigungen führen würde. Um das zu verhindern, drückt man das feuchte Tuch fest aus und legt am besten ein weiteres Tuch unter die Saiten. Anstelle des Alkohols kann man auch spezielle Saitenreiniger verwenden.

Ist Kolophonium gesundheitsschädlich?

Kolophoniumstaub kann die Nasenschleimhäute reizen. Manche Menschen zeigen allergische Reaktionen darauf. Sogenanntes antiallergisches Kolophonium staubt daher beim Auftragen und Spielen besonders wenig. Wenn man auf ein bestimmtes Kolophonium allergisch reagiert (beispielsweise auf ein Kolophonium aus Lärchenharz), lohnt es sich, ein Produkt anderen Ursprungs, z. B. aus Fichtenharz auszuprobieren. Es gibt auch rein synthetische Rezepturen.
Das eigentliche Kolophoniumstück sollte auf ein Tuch oder einen Halter geklebt sein, damit die Finger nicht direkt damit in Berührung kommen.

Kolophonium für Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass

Zur Auswahl stehen unterschiedliche Qualitäten für Geige bzw. Violine, Bratsche bzw. Viola, Cello bzw. Violoncello und Kontrabass. Die einzelnen Qualitäten des Kolophonium sind meist in verschiedenen Härtegraden oder in heller oder dunkler Ausführung erhältlich. Im Normalfall ist dunkles Kolophonium etwas härter als helles und bei höheren Raumtemperaturen vorzuziehen.

Die notwendige Haftkraft des Kolophonium unterscheidet sich je nach Saitentyp und Instrument. Stahlsaiten benötigen eine niedrigere, Kunststoffsaiten eine mittlere, Darmsaiten eine höhere Haftkraft. Für den Bogeneinsatz beim Violin- und Violaspiel wird Kolophonium mit eher niedriger Haftkraft verwendet. Für Celli ist eine mittlere und für Kontrabässe eine hohe Haftkraft notwendig.

Welches Kolophonium eignet sich für Violine?

Je länger die Saite, umso größer ist die erforderliche Haftkraft, um die Saite zum Schwingen zu bringen, umso weicher sollte das Kolophonium sein. Anders gesagt eignet sich daher für Violinsaiten ein eher hartes Kolophonium mit geringer Haftkraft. Nicht nur das Instrument, auch der Saitentyp hat Einfluss auf die Wahl des Kolophoniums: Für Stahlsaiten eignet sich härteres Kolophonium, mittelhartes Kolophonium empfiehlt sich für Kunststoffsaiten, während Darmsaiten gut bei der Verwendung eines weichen Kolophoniums ansprechen.