Cello – alles Wissenswerte erfahren | PAGANINO

Das Cello oder Violoncello gehört in der Streichinstrumentenfamilie zu den Viola da Braccio Instrumenten und besetzt hier die Tenorlage. Anders als bei der Bratsche und Geige wird das Cello mit einem Stachel am Boden fixiert. Seine Entstehung wird auf das frühe 16. Jahrhundert datiert. Der Klang, den ein Cello mit dem Bogen erzeugt, kann von überirdischer Schönheit sein.

Cello Das Violoncello wurde ursprünglich einfach „Bassvioline“ genannt und auch die Begriffe „Violone“ und „Bassgeige“ wurden verwendet. Die heute gängige Stimmung des Instruments mit vier Saiten (C, G, D, A) im Abstand von Quinten war anfänglich je nach Region unterschiedlich. Erst etwa 200 Jahre nach der Entwicklung der ersten Instrumente wurde die heutige Stimmung in ganz Europa verwendet. Auch der heute gebräuchliche Stachel war nicht von Anfang an üblich. Das große Streichinstrument wurde in der Musik vor dem Barock zwischen den Knien geklemmt gespielt. Diese Spielhaltung wurde als anzüglich empfunden, weshalb Frauen nicht öffentlich Cello spielen durften. Es soll sogar stehend oder laufend an der Schulter befestigt, gespielt worden sein. Die Stimmlage des modernen Violoncellos ist genau eine Oktave tiefer als die der Viola und sein Tonumfang ist durch die Fähigkeit, auch in höchster Lage noch klanglich zu überzeugen, entsprechend größer.

Wie spielt man das Cello?

Das Cello wird im Sitzen gespielt, es wird dabei zwischen den Beinen aufgestellt und an das Brustbein des Spielers gelehnt, sein Gewicht ruht auf dem Stachel. Mit dem rechten Arm streicht man über die vier Saiten des Cellos bzw. zupft mit der rechten Hand einzelne Saiten, die linke Hand greift die Töne auf dem Griffbrett. Ausgangspunkt sind die Grundtöne a – d – G – C, vier Saiten im Abstand jeweils einer Quinte zueinander, die durch das Herabdrücken verkürzt werden, damit ein verändertes Schwingungsverhalten zeigen und anders klingen.

Wie schwer ist es, Cello spielen zu lernen?

Alle Streichinstrumente – und damit auch das Cello – gelten als eher schwierig zu erlernen. Die Finger der linken Hand auf genau die richtige Stelle des Griffbretts zu legen, ist dabei nur eine der Herausforderungen. Wer viel singt oder vielleicht sogar bereits Klavier oder ein anderes Instrument spielt, tut sich beim Hören und damit Treffen der Töne weniger schwer als jemand, der noch nie selbst Musik gemacht hat. Durch viel Üben kann man sein Gehör aber auch als Musik-Neuling entsprechend schulen.
Auch die rechte Hand hat mit Bogenhaltung und Bogenführung anspruchsvolle Aufgaben zu meistern. Das sollte aber niemanden, egal welchen Alters, davon abhalten, mit dem Cellospiel zu beginnen. Wer begleitet von einem guten Lehrer regelmäßig übt, wird Fortschritte machen. Das Cello belohnt die Bemühungen mit seinem tiefen, sanften Klang.

Aufbau des Cellos

Obwohl das Violoncello derselben Familie wie auch Bratsche und Geige angehört, sind die Proportionen des Musikinstruments abweichend. Um die tiefe Stimmung des Cellos klanglich umzusetzen, müsste es bei einer reinen Vergrößerung der Geigenmaße um einiges größer sein, als wir es heute kennen. Stattdessen ist der Korpus eines ganzen Cellos zwar immer noch etwa doppelt so lang wie bei einer Geige, seine Zargen sind aber viermal so hoch. Dadurch wird der für die tiefen Töne nötige Aufbau des CellosResonanzraum erreicht. Aufgrund dieser Ausmaße benötigt ein Geigenbauer für den Bau eines Cellos etwa die dreifache Zeit. Dies erklärt auch den höheren Preis der Celli.

Die charakteristische Schnecke am Kopf der Streichinstrumente ist auch beim Cello ein typisches Merkmal. Wirbel und Griffbrett sind aus Ebenholz gefertigt, bei günstigeren Celli auch aus anderen gebeizten Harthölzern. Auch der Saitenhalter kann aus Ebenholz gefertigt sein, es kommt aber auch Kunststoff oder Metall zum Einsatz. Zargen, Hals und Decke des Violoncello sind aus Fichtenholz – sein Boden dagegen meistens aus Ahorn. Dieser wird aus optischen Gründen gerne geflammt. Die F‑Löcher dienen bei allen Streichinstrumenten nicht primär dazu, den Schall nach außen zu leiten, sondern erhöhen vielmehr die Resonanzfähigkeit der Decke des Instruments und machen diese beweglicher.

Bestandteile und Materialien des Cellos

Der Stachel des Cellos fixiert das Instrument am Boden. Er wird heute aus Metall, aber auch aus Kohlefasern hergestellt. Für Profi-Spieler kann dies schon einen klanglichen Unterschied machen. Auch ein erstklassiger Parkettschoner unterstützt die klangliche Entfaltung des Instruments. Ähnliches gilt für den Cellisten auch bei der Materialwahl von Saitenhalter und Feinstimmer, bei der Qualität des Steges und vor allem aber auch bei der Auswahl der Saiten. Es gibt sehr viele unterschiedliche Cellosaiten. In Bezug auf Klang, Klangvolumen, großen Tonumfang und Spielbarkeit werden besonders gerne Stahlsaiten verwendet. Sie sind zumeist mit Chromstahl, Silber oder Wolfram umsponnen. Der Cellobogen erhält dadurch genügend Widerstand der Saite zur Erzeugung eines klangvollen Tones, vorausgesetzt, der Bogen ist mit einem erstklassigen Kolophonium behandelt. Bei professionellen Cellisten ist die Kombination von Larsen Cello Strings für die A- und D‑Saite sehr beliebt, sowie Thomastik Spirocore Cellosaiten für die G- und C‑Saite. In den letzten Jahren bietet Pirastro mit den Evah Pirazzi und den Evah Pirazzi Gold Cellosaiten eine sehr gute Alternative. Aktuell hat Larsen mit den Magnacore Cellosaiten eine neue Top Qualität entwickelt. Die Unterbringung des wertvollen Streichinstruments in einem möglichst leichten, aber stabilen Cellokasten ist heutzutage Standard.

Was ist der Unterschied zwischen Cello und Violoncello?

Es gibt keinen Unterschied! „Cello“ ist eine Kurzform von „Violoncello“. Das Cello oder Violoncello gehört in der Streichinstrumentenfamilie zu den Viola da Braccio Instrumenten und besetzt hier die Tenorlage. Seine Entstehung wird auf das frühe 16. Jahrhundert datiert. Das Violoncello wurde ursprünglich einfach „Bassvioline“ genannt und auch die Begriffe „Violone“ und „Bassgeige“ wurden verwendet. Neben den unterschiedlichen Namen hatte das Cello in seiner Geschichte auch unterschiedliche Größen.

Was kann ich tun, dass mein Cello schöner und weicher klingt?

Zunächst einmal sollte der Bogen zu Instrument und Spieler passen. Die einfachste Methode, den Klang des eigenen Cellos zu verändern, besteht im Aufziehen anderer Saiten. Je nachdem, aus welchem Material der Saitenkern beziehungsweise die Umwicklung besteht, ändern sich Klangfarbe, Ansprache und Lautstärke des Instruments. Besonders Darmsaiten sind für ihren warmen, weichen Klang bekannt, allerdings sind sie auch empfindlich gegenüber Änderungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Weitere Veränderungen am Instrument sollten einem Geigenbauer vorbehalten bleiben: Form, Materialbeschaffenheit und Position von Stimmstock und Steg haben entscheidende Auswirkungen auf den Klang. Zu guter Letzt ist auch das eigene Spiel, besonders die Bogentechnik von Bedeutung. Wer viel übt, wird auch allein dadurch einen schöneren, weicheren
Klang erreichen.

Verwendung des Cellos

Das Violoncello wird sowohl solistisch, in der Kammermusik als auch im Orchester eingesetzt. Dahin führte eine lange Entwicklung, die mit dem Einsatz des Cellos im Generalbass beginnt. Bis 1650 kam das Cello über seine Rolle als reine Bassstimme nicht hinaus. Es wurden zwar auch Sonaten für tiefere Streichinstrumente komponiert, aber vor allem für die damals noch gängigen Gamben. Das Violoncello wurde mit den Kontrabässen stimmlich zusammengefasst. Erst mit den Werken Vivaldis und Bachs nahm die Bedeutung des Cellos im Orchester zu und es übernahm die Rolle der bis 1750 außer Gebrauch gekommenen Gambe. Im 18. Jahrhundert wurden für das Violoncello erste bedeutende Konzerte komponiert, unter anderem die Cellokonzerte in C-Dur und D-Dur von Haydn. Konzerte mit dem Cello kommen bei den Streichern direkt nach der Violine. Die Literatur ab der Zeit der Klassik bis in die Moderne offeriert den Cellisten eine Anzahl wunderbarer Cellosonaten (z. B. Beethoven und Brahms) und außergewöhnlicher Cellokonzerte (z. B. Boccherini, Schumann, Saint-Saëns, Dvořák, Bruch und Schostakowitsch). Ein Musik Festival, bei welchem Cellisten solistisch – vom Orchester begleitet – Konzerte geben, ist aus der heutigen Kulturlandschaft nicht wegzudenken.

Kann man mit einem Cello nur klassische Musik spielen?

Gerade seine Vielseitigkeit macht das Cello so attraktiv. Neben seinem festen Platz im klassischen Orchester und in der Kammermusik, ist das Cello auch im Jazz und im Tango, ja sogar in der Rockmusik vertreten. Wer gerne Popmusik spielt, findet eine Vielzahl von Noten, in denen aktuelle Songs für Cello arrangiert wurden.

Was ist leichter zu lernen, Geige oder Cello?

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Geige und Cello ist zum einen die Größe des Instruments. Während das kleine Griffbrett der Geige und ihre hohen Töne eine enorme Präzision beim Aufsetzen der Finger erfordern, hat man es da beim Cello etwas leichter. Allerdings sind beim langen Griffbrett des Cellos nicht so viele Töne in einer Lage spielbar, man muss häufiger die Lagen wechseln. Die Handstellung auf dem Cello ist einfacher als auf der Geige, weil die Hand nicht so stark verdreht werden muss, im Gegenzug gilt es aber, die großen Tonabstände zu meistern. Zusätzlich spielt es sicher eine Rolle, wie stark man sich zu dem jeweiligen Instrument hingezogen fühlt. Wer schon lange beispielsweise vom Cellospielen träumt, wir die häufigen Lagenwechsel eher als Gegebenheit hinnehmen und mit viel Übung „in den Griff bekommen“.


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