Art. Nr.: 971395
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Ausgabe für 2 Violinen, Viola und Cello, Partitur mit Einzelstimmen

Wenn wir ein Objekt betrachten, glauben wir bald zu wissen, worum es sich handelt. Doch wenn wir unseren Blickwinkel verändern, wird uns klar, dass wir nicht viel gesehen haben. Erst wenn wir die Perspektive mehrmals wechseln, die Entfernung verändern, den Blickwinkel wie mit einer imaginären Kamera fokussieren -erst dann kommen wir dem Wesen dieses Objekts etwas näher. Vielleicht ist unser Leben auch so ein Objekt? Ein einfacher Ton mit seiner Obertonstruktur ist es jedenfalls. Aus dem Wechselspiel der virtuellen »Kameraeinstellungen« entsteht die Harmonik meines Streichquartetts. Wir hören also am Anfang das g2. Es sagt: »Ich bin der Grundton!«. Dann kommt das a2 hinzu und sagt: »Bist du sicher? Ich kann auch der Grundton sein!« Nach einer Weile »Dialog« kommen die beiden Töne zusammen und das »c« wird zu neuem Grundton, während die beiden mit dem Obertonklang von »c« verschmelzen. Dieses Spiel wird fortgesetzt und wir hören immer wieder die Etablierung und Hinterfragung von Tönen, bzw. Tonräumen. Am Ende stellen wir staunend fest, dass sie irgendwie alle einem gemeinsamen Ursprung entstammen und wir werden dieses Objekt doch nie ganz durchschauen. Die leeren Saiten sowie ihre natürlichen Flageolett-Töne bilden das Ausgangsmaterial für dieses Stück. Daraus entspringt die »Tonalität«, oder besser gesagt die »Obertonalität« des Stückes. (...) (R.Pawollek)

Doblinger Musikverlag DOBL36110