Saiten für Streicher – Wissenswertes | PAGANINO

Saiteninstrumente – Streichinstrumente

Musikinstrumente, die Saiten haben, nennt man Saiteninstrumente. Bei den Saiten der verschiedenen Streichinstrumente wie Geigensaiten, Violin Saiten, Bratschensaiten, Violasaiten, Cellosaiten, Basssaiten bzw. Kontrabasssaiten, werden heute verschiedene Grundtypen angeboten: Darmsaiten, Stahlsaiten, Kunststoffsaiten und synthetische Saiten. Der Korpus des Instrumentes dient lediglich der Verstärkung der Schwingungen, die die Saiten hervorrufen. Deshalb ist die Auswahl der zum Instrument passenden Saiten wichtig, um den Klang des Instruments zu optimieren und persönliche Klangvorstellungen zu verwirklichen.

Historie

Der Darm ist das älteste Material für Saiten. Schon seit Jahrtausenden stellen Menschen Darmsaiten her, auch für Instrumente. Möglicherweise rührt diese Tradition von der Herstellung der Bogensehne. Schon in prähistorischen Zeiten wurden Tiersehnen als Saiten verwendet. So kamen in den vorderasiatischen Hochkulturen Rosshaar und Darm zum Einsatz, auch die antiken Mittelmeervölker benutzten Darm. Im Grab des ägyptischen Musikers und Künstlers Harmosis, der um 1500 v. Ch. starb, fand man eine Laute, auf die noch die unversehrten Darmsaiten aufgezogen waren. Dieses Instrument ist heute im Museum in Kairo ausgestellt. Ab dem 18. Jahrhundert wurden Darmsaiten auch in Deutschland hergestellt.

Eine sprachliche Kuriosität ist der englische Begriff für Darmsaite: „Catgut“, was so viel wie Katzendarm bedeutet. Diese Bezeichnung ist irreführend, wird doch die Darmsaite nie aus Katzendarm hergestellt. Die Legende besagt, dass um 1300 herum italienische Sattelmacher in dem Ort Salle/Pescara bemerkten, dass der Darm der Bergschafe dieser Region sich nicht nur zum Sattelnähen eignet, sondern sich auch hervorragend als Saite für Musikinstrumente einsetzen lässt. Um die wahre Herkunft des Saitenmaterials zu verheimlichen und das Geschäftsgeheimnis zu wahren, behauptete man einfach, es handle sich um Katzendarm.

Darmsaite

Darmsaiten werden meist nach einem traditionellen Verfahren hergestellt. Dabei reinigt man den Darm von Huftieren, meist von Schafen, bis auf die Muskelhaut, schneidet ihn in Streifen und dreht ihn dann in nassem Zustand seilförmig zusammen. Anschließend wird er getrocknet. Der nun folgende Vorgang ist sehr heikel: die Rohsaite wird zylindrisch angeschliffen. Es reicht schon aus, dass der Durchmesser um wenigste hundertstel Millimeter abweicht, dass die Saite nicht mehr quintenrein ist.

Ein Nachteil der Darmsaite ist ihr Fähigkeit, Luftfeuchtigkeit aufzunehmen, was die Spannung verringert. Unglücklicherweise macht sich dieser Effekt besonders bei Konzerten bemerkbar. Wenn sich der Saal füllt, verstimmt sich das Instrument der Musikerin / des Musikers, weil die Feuchtigkeit der Raumluft durch Atmung und Transpiration zunimmt.

Vorteile der Darmsaite sind ihr unverwechselbarer Klang und ihre Ähnlichkeit mit der menschlichen Stimme. Hervorzuheben ist auch die besonders differenzierte Ansprache. Die Darmsaite ist sehr angenehm zu greifen und überaus modulationsfähig.

Blanke Darmsaite

Der Klang der blanken Darmsaite ist unverkennbar: zart, etwas gedämpft, mit einem wunderbar warmen Timbre. Sie gilt heute als klassische, authentische Besaitung für Barockinstrumente.

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Besponnene Darmsaite

Gemessen an den heutigen Klangerwartungen und der aktuellen Spieltechnik bringt die besponnene Darmsaite die exakt richtige Elastizität mit. Der Ton ist sehr kraftvoll und edel, sie besticht durch eine charmante Klangschönheit und Klangfülle. Mit verschiedenen Metallen, meist Aluminium oder Silber, wird der Darmkern umsponnen. Dadurch sind die Saiten unempfindlich gegenüber den Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen.

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Stahl Saiten

Herausragende Eigenschaften von Stahlsaiten sind ihre Unempfindlichkeit gegenüber Witterungseinflüssen und Handschweiß, sie sind also sehr stimmstabil. Die hohe Lebensdauer, die Brillanz im Ton und ein langes Sustain sind weitere Charakteristika. Aufgrund dieser positiven Eigenschaften wurden Stahlsaiten beliebt. Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts setzte sich die Stahlsaite für die Violin e-Saite durch.

Um Stahlsaiten herstellen zu können, bedarf es viel Kunstfertigkeit und Wissen. Als Rohmaterial benötigt man Tigelgusssstahl. Mit Hilfe von mehreren Ziehsteinen und den Ziehdiamanten wird er immer dünner gezogen und dabei noch verdichtet. Man kann sich vorstellen, dass die Entwicklung der umsponnenen Saite sehr kompliziert war und es vieler Versuche bedurfte, bis die notwendige Qualität erreicht war.

Heute gibt es bei den umsponnenen Stahlsaiten eine qualitativ sehr große Bandbreite. Sowohl der Schüler als auch der Solist findet seinen Ansprüchen entsprechend, ein gutes Produkt. Cellisten und Kontrabassisten entscheiden sich auffallend häufig für diese Saite. Hier ist es die erste Wahl.

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Kunststoffsaiten

Seit den 60er-Jahren wird die Kunststoffsaite verwendet. Mit dem Begriff Kunststoff sind verschiedenste Materialien von Nylon über Perlon bis Polyester gemeint.

Diese Saiten werden in der Regel für Streichinstrumente nie blank, sondern umsponnen verwendet. Das Material zur Umspinnung trägt entscheidend zur Qualität der Saite bei. Meist verwendet man Stahl, Chromstahl oder Aluminium aber auch schwere Metalle wie Gold oder Wolfram. Um den Kern („Seele“) herum wird ein Mantel aus dünnem Draht gewickelt. Das verringert die Steifigkeit und erhöht die schwingende Masse einer Saite.

Im Klang ähneln die Kunststoff Saiten den Darm Saiten: obertonreich und homogen, klar und doch weich. Beachtlich sind die voluminöse Note und der lebendige Klang die sie dem Spiel verleihen. Zu ihren bestechenden Eigenschaften gehört ihre ausgesprochene Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen. Dadurch halten sie die Stimmung ausgesprochen gut.

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Synthetische Saiten

Für die neueste Generation von synthetischen Saiten hat man einen Saitenkern aus modernsten Kunststoffen (z. B.: PEEK = PolyEtherEtherKeton) entwickelt. Diese Materialien halten extremsten Belastungen stand wie wir sie aus der Luftfahrt kennen und sie sind sehr gut geeignet als hochtemperaturbeständiges Dichtungsmaterial. Der Vorteil liegt auf der Hand: diese Saiten haben eine sehr lange Lebensdauer.

Der Klang dieser Saiten ist warm und gleichzeitig brilliant und ähnelt durchaus dem der Darmsaiten. Das Tonvolumen ist kraftvoll bei gleichzeitig leichter Ansprache. Ein herausragendes Merkmal ist ihre enorme Stimmungsstabilität. Daher erfreuen sie sich auch gerade bei Berufsmusikkern wachsender wachsender Beliebtheit.

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Saiten Stärke

Die unterschiedlichen Stärken der Saiten haben entscheidende Auswirkungen auf den Klang.

Wegen der geringeren Masse kann eine leichte, dünne Saite zwar stärker und länger schwingen. Der Nachteil ist aber, dass sie an Steg und Instrument weniger Energie abgibt. Die Folge ist eine gute Ansprache und ein langes Sustain. Der Ton ist eher leiser. Merke: Je dünner die Saite ist, desto eher entspricht sie unserer physikalischen Idealsaite: sie kann besser in ihren Teilschwingungen schwingen, der Klang ist obertonreicher.

Wenn die Saitenstärke zunimmt bei höherer Saitenspannung erhalten wir einen Ton, der lauter und höhenreicher ist. Dies bedarf mehr Kraft beim Spielen. Merke: eine stärkere, dickere Saite, bei gleicher Stimmung ergibt eine größere Klangfülle, weil ja auch mehr Druck auf das Instrument ausgeübt wird. Die Ansprache kann sich aber auch verschlechtern.

Wichtig und letztlich entscheidend ist es, die für das einzelne Instrument geeigneten Saiten bzw. die optimale Saitenspannung herauszufinden. Wie geht das? Am besten man probiert es einfach aus durch Herauf bzw. Herunterstimmen (bei Violinen und Violen bis zu einem viertel Ton, Celli bis zu einem Halbton):

Beginnen Sie mit den zwei oberen Saiten, dann kommen die zwei tiefen Saiten dran. Wenn das Streichinstrument nach dem Herunterstimmen besser klingt, sollte man dünnere, leichtere Saiten ausprobieren. Klingt es aber durch Heraufstimmen besser, empfehlen sich stärkere Saiten. Man kann aber durchaus auch einzelne Saiten höher oder tiefer stimmen.

Im Saitenversand von Paganino, sind alle Saiten für Sreichinstrumente im Angebot:

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