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Bach, J. Chr.: Konzert c-Moll (Casadesus)

Art. Nr.: 990139
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Beschreibung

Ausgabe für Viola (oder Violine oder Violoncello), Klavierauszug mit je einer Solostimme Violine, Viola und Cello. Schwierigkeitsgrad: mittel.

Als »Instrument der Mittelstimmen« geriet die Viola seit Beginn des 18. Jahrhunderts immer mehr in den Schatten der sehr viel populäreren Violine, eine Tatsache, die sich auch in der geringen Zahl der überlieferten Solokonzerte widerspiegelt. Der Mangel an konzertanter Literatur für die Bratsche (aber auch andere Instrumente) mag die Brüder Henri (1879-1947) und Marius Casadesus (1892-1981), Angehörige einer bekannten französischen Musikerfamilie, dazu bewogen haben, vergessene Werke älterer Meister aufzuspüren und für die Praxis neu zu erschließen.

1916 legte Henri Casadesus, selbst ein hervorragender Bratschist und Viola d'amore-Virtuose, ein Konzert für Viola und Orchester in c-Moll vor, das er als Neuentdeckung eines 1768 in London komponierten Werkes von Johann Christian Bach (1735-1782) deklarierte. Ohne nähere Belege anzuführen gab Casadesus vor, das von Bach ansatzweise mit Klavierbegleitung aufgezeichnete Konzert rekonstruiert und harmonisiert zu haben. Während er das Konzert auch für die Alternativbesetzung mit Solovioline oder Solovioloncello einrichtete, übernahm ein weiterer Bruder, Francis (1870-1954), die Orchestrierung

Erst 1947 lag das Werk in einer Ausgabe des Pariser Verlages Salabert gedruckt vor. Auch hierin fehlt jegliche Angabe zur benutzten Quelle. Der Erstdruck hat nicht zuletzt aus diesem Grund den Verdacht weiter erhärtet, dass Casadesus die Violaliteratur mit einem von ihm selbst stammenden Falsifikat bereichert hatte. 1963 wurde die Richtigkeit dieser Vermutung von der Witwe Casadesus' bestätigt. Als Ergebnis stilistischer Vergleiche konstatierte Walter Lebermann 1967, das Violakonzert weise »nicht die geringste Beziehung zum 'galanten' Instrumentalstil« Johann Christian Bachs auf. In der Tat sprechen einige harmonische Wendungen, vor allem aber die auffallend konzentrierte und homogene Art der motivischen Behandlung aller drei Sätze eindeutig gegen dessen Autorschaft. Die thematische Zyklusbildung zwischen erstem und letztem Satz ist eine Idee, die sicher nicht aus der Zeit des »Londoner Bach« stammt.

Die mystifizierte Herkunft des Werkes hat der Popularität der Musik selbst in keiner Weise geschadet. Mit seiner Kantabilität und seinem mitreißenden Schwung zählt das von Casadesus 'rekonstruierte', unter dem Namen Johann Christian Bachs bekannt gewordene c-Moll-Konzert für Viola und Orchester heute zu Recht zu den beliebtesten Werken dieses Genres.

Eine Ausgabe mit CD ist unter der Art. Nr. 921146 und eine Begleit-CD unter der Art. Nr. 921399 erhältlich.

Verlag: C.F. Peters EP8878.
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