Wissenswertes über Bögen
Spätestens seit dem 18. Jahrhundert werden qualitativ hochwertige Bögen aus brasilianischem Pernambukholz (auch: Fernambuk) nach einem sehr aufwändigen Verfahren hergestellt. Einfachere, preisgünstigere Schülerbögen sind in der Regel aus sog. „Brasilholz“ (meist Masanranduba, ein vergleichsweise weiches brasilianisches Holz) oder aus Buche gefertigt.
Nach einer langen historischen Entwicklung des Bogens werden die heutige Form, Proportionen und Gewicht im wesentlichen auf den Bogenbaumeister Francois Xavier Tourte (Paris ca. 1748 – 1835) zurückgeführt, der auch als der „Stradivari des Bogens“ bezeichnet wird.
Da zu den für einen Bogen wesentlichen Merkmalen seine Balance, Spannkraft und Elastizität bei möglichst geringer Masse gehören, ist das Material und seine Verarbeitung von höchster Bedeutung. Die weicheren, schnell wachsenden Hölzer verlieren schneller ihre Spannung. Schwerere Bögen mit weniger sorgfältig ausgewählter Balance, können gerade bei Schülern bereits früh die Bogenhaltung und –Technik negativ beeinflussen und prägen. Wirklich gut ausgewogene Bögen aus besten Hölzern stellen jedoch eine hohe Investition dar.
So ist es nur natürlich, dass immer wieder Versuche unternommen wurden, das knapper werdende, teure Pernambuk und den fast ausschließlich handwerklichen Herstellungsprozess durch moderne High-Tech Materialien und Verfahren zu ersetzen. Die Resultate mit alternativen Materialien (Fiberglas und vor allem Carbonfaser) sind inzwischen so ausgereift, dass sie nicht nur als Schülerbögen den Ansprüchen genügen, sondern auch von professionellen Streichern geschätzt und teileweise sogar bevorzugt werden.
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